Das Erbe aus der Vergangenheit

Betrachten wir die Entwicklung des Menschen seit der Steinzeit,  haben wir uns körperlich und geistig an viele Zeiten angepasst.  Für die notwendigen Stoffwechselanpassungen  an unseren bewegungsarmen und übersättigten Lebensstil war die Zeit jedoch zu kurz. Aus evolutionärer Sicht ist unser Körper nach wie vor dafür gebaut, 10 bis 20 km am Tag zu gehen oder zu laufen, wie es auch durchaus bis ins 19. Jahrhundert noch üblich war. Zucker und fettreiche Speisen waren eine Ausnahme, Kalorien ein Fremdwort. Im Zuge der Industrialisierung änderte sich dies, als Zucker maschinell hergestellt werden konnte.

Unsere moderne Lebensart, in die wir hineingeboren wurden, widerspricht sich mit der Biologie des Menschen, was zwangsläufig zu Übergewicht bei der Bevölkerung weltweit führt.

Leben im 21. Jahrhundert

Seit rund 50 Jahren nehmen laufend mehr Menschen auf der ganzen Welt an Gewicht zu. Immer mehr Übergewichtige werden dabei krank. Über die Hälfte der Deutschen bringt zwischenzeitlich zu viele Kilos auf die Waage und belastet dadurch das Gesundheitssystem enorm. Schwerwiegende Krankheiten wie Typ-2-Diabetes sowie Herz-Kreislauferkrankungen sind die Folge.

Aber was ist nun schuld an der Epidemie Übergewicht?

Dafür gibt es nicht nur einen Grund. Verschiedene Faktoren spielen eine Rolle beim Übergewicht.

  • Für Kinder ist es nicht einfach, sich gesund zu ernähren, wenn die Eltern dies zu Hause nicht vorleben. Sie werden zwar in den Schulen und Kindergärten über Kalorien und gesunde Ernährung aufgeklärt und finden das Thema für ein paar Tage ganz spannend, aber letztendlich kaufen die Eltern ein, was später auf den Tisch kommt.
  • Berufstätige leiden unter Termindruck und Alltagsstress. Feste Essenszeiten kennt nur mehr noch jeder dritte Berufstätige. Frauen übernehmen oft eine Doppelrolle, indem sie Beruf und Haushalt meistern. Nur verständlich, wenn abends keine große Lust mehr zu kochen da ist und auf Fast Food oder ein schnelles Fertiggericht zurück gegriffen wird.
  • Ein weiteres Problem sind die zunehmenden Single-Haushalte. Hier wird nicht mehr regelmäßig gekocht. Stattdessen geht man morgens in den Coffeeshop, kauft sich mittags schnell mal einen Döner oder eine Pizza von nebenan, einen süßen Snack für zwischendurch und abends führt der Weg an der Currywurstbude vorbei. Bewegung? Nur bis zu den Imbissbuden. Kalorien? Viel zu viele.
  • Auch die Essgeschwindigkeit kann das Übergewicht positiv beeinflussen. Nehmen wir unsere Nahrung sehr schnell zu uns, essen  wir meist größere Portionen, als Menschen die das Essen in Ruhe genießen. Oft stopft man das Essen so in sich hinein, das die Sättigung nicht wahrgenommen wird. Erst wenn man alles gegessen hat, wird man von einem großen Völlegefühl überwältigt und unser Bewusstsein sagt uns, das dies zu viel des Guten war.
  • Ein Grund zur Entstehung von Übergewicht kann auch genetisch bedingt sein. Beispiele sind Rezeptorstörungen des Hormons Leptin, welches für die Steuerung von Sättigung und Hunger verantwortlich ist. Auch ein von sich aus zu niedriger Grundumsatz kann zu Übergewicht führen.
  • Störungen im Hormonstoffwechsel können ebenfalls eine Ursache für Übergewicht sein. Diese beeinflussen den Grundumsatz oder ziehen andere Stoffwechselstörungen mit sich nach wie z. B. die Schilddrüsenunterfunktion.
  • Bei der Einnahme von manchen Medikamenten kann eine appetitanregende Wirkung entstehen oder Wassereinlagerungen mit sich bringen. Dies führt hat wiederum eine Gewichtszunahme zur Folge.

 

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